Das öffentliche Projekt: Ein Park im Park

TITELTHEMA AUS DER AUSGABE Januar/Februar 2017

Palmen und Alpenblick – das sind nur zwei Gründe, warum die Mainau zu den beliebten Ausflugszielen in Deutschland gehört. Besucher, die der Parkbesuch hungrig und durstig werden lässt, können zwischen neun gastronomischen Betrieben wählen, unter anderem dem Restaurant Comturey. 2011 sollte der historische Gewölbekeller des Comturey-Turms saniert und das umgebende Hafenareal neu gestaltet werden.

 

Die Ausgangslage

Die Idee zu einem Architektur-Wettbewerb entstand bei einem gemeinsamen Spaziergang von Markus Zeiler, Gartendirektor der Mainau und dem Gastronomiedirektor Wolf Eschger. „Wir haben überlegt, welche Möglichkeiten es für den Umbau des Areals geben kann“, erinnert sich Markus Zeiler. Eingebettet in einen Hügel und unweit vom Hafen, einem der beiden Haupteingänge der Mainau, befand sich der Comturey-Turm aus dem 13. Jahrhundert, darunter der alte Gewölbekeller. „Uns war schnell klar: Die Situation ist so komplex, das riecht geradezu nach Wettbewerb.“

Gebäude und Dachbegrünung am Fuße des Comturey-Turms wurden so perfekt in den bestehenden Park integriert, dass es wirkt, als seien sie immer schon dagewesen. Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier
Gebäude und Dachbegrünung am Fuße des Comturey-Turms wurden so perfekt in den bestehenden Park integriert, dass es wirkt,
als seien sie immer schon dagewesen. Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier

Die Anforderungen der Bauherren für das Projekt mit einem Auftragsvolumen von sieben Millionen Euro waren hoch, aber kalkulierbar. So sollte ein gastronomisches Konzept unter Berücksichtigung der historischen Substanz erstellt werden. Außerdem sollten die Umgebung in die Gestaltung einbezogen und die Sichtbeziehung zum See berücksichtigt werden.

Die Ausgangslage

Die Idee zu einem Architektur-Wettbewerb entstand bei einem gemeinsamen Spaziergang von Markus Zeiler, Gartendirektor der Mainau und dem Gastronomiedirektor Wolf Eschger. „Wir haben überlegt, welche Möglichkeiten es für den Umbau des Areals geben kann“, erinnert sich Markus Zeiler. Eingebettet in einen Hügel und unweit vom Hafen, einem der beiden Haupteingänge der Mainau, befand sich der Comturey-Turm aus dem 13. Jahrhundert, darunter der alte Gewölbekeller. „Uns war schnell klar: Die Situation ist so komplex, das riecht geradezu nach Wettbewerb.“

Gebäude und Dachbegrünung am Fuße des Comturey-Turms wurden so perfekt in den bestehenden Park integriert, dass es wirkt, als seien sie immer schon dagewesen. Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier
Gebäude und Dachbegrünung am Fuße des Comturey-Turms wurden so perfekt in den bestehenden Park integriert, dass es wirkt,
als seien sie immer schon dagewesen. Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier

Die Anforderungen der Bauherren für das Projekt mit einem Auftragsvolumen von sieben Millionen Euro waren hoch, aber kalkulierbar. So sollte ein gastronomisches Konzept unter Berücksichtigung der historischen Substanz erstellt werden. Außerdem sollten die Umgebung in die Gestaltung einbezogen und die Sichtbeziehung zum See berücksichtigt werden.

„Da die umgebende Landschaft ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes ist, war mir wichtig, dass nur Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten am Wettbewerb teilnehmen.“

Markus Zeiler, Gartendirektor der Mainau

16 Arbeitsgemeinschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reichten ihre Vorschläge ein. Nach der Jurysitzung im Mai 2011 standen drei dritte Plätze fest, einen Sieger gab es erst nach einer Überarbeitung der Entwürfe. Den Wettbewerb gewannen Hein Troy Architekten aus Bregenz und Landschaftsarchitekt Thomas Steinmann aus Winterthur. Deren Entwurf sah vor, den eingeschossigen Gastronomieneubau in den Hang zu integrieren und die Parklandschaft der Mainau auf dem Gebäudedach fortzusetzen.

Teil der Planung von Architekt Matthias Hein und Thomas Steinmann war es, das Dach des neuen Restaurants intensiv zu
begrünen. „Ich war natürlich erst mal erfreut, dass wir einen neuen Parkteil bekommen“, erinnert sich Zeiler. Eine Dachbegrünung
in dieser Größenordnung zu realisieren, war für ihn und die Mainau allerdings etwas völlig Neues. Seit 2010 findet auf der Mainau jährlich das Gründach-Forum statt, daher gab es Kontakte zu Firmen in diesem Bereich.

Die Baudaten

• Bauprojekt: Dachgarten und Restaurant Comturey auf der Insel Mainau
• Bauherr und Gestaltung: Mainau GmbH
• Baujahr: Herbst 2012 – März 2014
• Bausumme: 7 Mio. €, davon Dachgarten 1 Mio. €
• Bebaute Fläche: 2.470 m²
• Dachfläche: ca. 1.500 m²
• Dämmung: Bauder PIR Kompaktdach
• Begrünungsaufbau: ZinCo Systemaufbau
„Dachgarten“ mit Floradrain FD 60
• Begrünung: rund 12.000 Pflanzen in über
200 Arten und Sorten
• Pflaster: Roriz Granit 9/11 ca. 280 m²
• Platten: Calanca Gneis ca. 230 m²
• Trockenmauer: Rorschacher Sandstein ca. 200 m²

Dieter Schenk, Geschäftsführer von ZinCo in Nürtingen, die den Systemaufbau der Dachbegrünung liefern sollte, half Markus Zeiler, die Herausforderung Flachdach zu meistern. „Viele unserer Kunden haben Angst, dass das Dach undicht wird“, sagt Schenk. Diese Angst ist unbegründet, wie viele erfolgreiche Projekte zeigen – zumindest, wenn alle Beteiligten ihren Job sorgfältig und mit qualitativ hochwertigen Produkten erledigen. „Man weiß heute, dass eine Dachbegrünung mindestens so lange hält wie das Gebäude, auf dem sie sich befindet.“ 

Den gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der TASPO GARTEN-DESIGN.

Einen kleinen Vorgeschmack bekommen Sie im Video, welches Ihnen den Dachgarten der Insel Mainau aus der Vogelperspektive präsentiert.

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