Digitale Ausbildung im GaLaBau

6. September 2016

Motivierende Bereicherung

Für die junge Generation sind Smartphones mittlerweile konstante Lebensbegleiter und bieten viele kreative Ausbildungsideen. Wie diese aussehen können, erfahren zurzeit 44 Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau in den kostenfreien Schulungen zum Thema Medienkompetenz an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg (LVG).

Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom fachspezifischen E-Book bis zur Karteikarten-App BRAINYOO, die beim Lernen von Pflanzennamen unterstützt. Aber auch wertvolle Gedächtnishelfer wie KOLA, Microsoft OneNote, Wunderlist oder Todolist, sind bei der Projektorganisation fleißige Unterstützer. WhatsApp-Gruppen dienen nicht nur der Kommunikation und Abstimmung, sondern vermitteln bei einem ideenreichen Einsatz sogar Pflanzenkenntnisse.

Mit der Virtual Reality Brille wird das digitale Leben dreidimensional: Smartphone einlegen und bei Videos per Augensteuerung mitten im Geschehen sitzen. Das macht nicht nur Jugendlichen Spaß. Stephan Arnold (rechts) setzt sich im Herbst mit seinen Ausbildern und Azubis zusammen und bespricht, welche E-Books, Apps und Software in Zukunft für noch mehr Motivation in der Ausbildung sorgen werden. Fotos: P. Reidel
Mit der Virtual Reality Brille wird das digitale Leben dreidimensional: Smartphone einlegen und bei Videos per Augensteuerung mitten im Geschehen sitzen. Fotos: P. Reidel

Schulungen zur Medienkompetenz

Die rasch fortschreitende Digitalisierung macht auch vor dem Beruf des Landschaftsgärtners nicht halt. Umso wichtiger wird es für die Ausbilder, hier mit den Jugendlichen auf Augenhöhe zu bleiben und aus dem riesigen Pool an Tools die besten auszusuchen und zu beherrschen. „Dann macht Ausbildung noch mehr Spaß, denn die Azubis erkennen schnell den Nutzen, sind fit in der Handhabung und motiviert dabei”, erklärt Claudia Schmidt, Ausbildungsberaterin im Gartenbau für den Regierungsbezirk Karlsruhe. Kompetente Unterstützung bieten hier zurzeit die Schulungsmodule „Digitale Medien in der Berufsausbildung im Garten- und Landschaftsbau”, die an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg angeboten werden. Das erste Modul umfasste die Einführung in die Welt der Smartphones und Tablets und gab Hilfestellungen und Informationen für geplante Software- und Hardware-Investitionen. Die Vorstellung von verschiedenen Apps und Lernanwendungen war der Schwerpunkt des zweiten Moduls, Ende Juli 2016. Insgesamt gibt es drei Gruppen, in welchen die Teilnehmer aus Unternehmen und Kommunen speziell nach ihrem Wissensstand von einem sehr kompetenten LVG-Team geschult werden.

KOLA, Exchange und E-Books

Die Kola-App ist ein Forschungsprojekt der Handwerkskammer Saarland. In ihr steckt die Idee, einen fachlichen Austausch zwischen Azubis, Ausbildern, Überbetrieblicher Ausbildung und Berufsschule zu ermöglichen. Kola hilft bei der Dokumentation von Arbeitsprozessen. „In Kola können Arbeitsaufträge beispielsweise in exakten Teilschritten dokumentiert werden”, erklärt Monika Dyballa, die zusammen mit Frank Hemrich diese Fortbildung leitet. „Das ist ideal, wenn die Azubis kleine Projekte alleine erledigen sollen, denn alle Kola-Nutzer haben Zugriff auf dieses Wissen.” Natürlich steckt hinter einer Erstdokumentation, wie beispielsweise zum Thema Rasen-Ansaat, ein entsprechender Zeitaufwand, aber eben nur einmal für alle Nutzer. „Zudem können die Azubis hier ihre eigenen Projekte mit Bildern und Texten dokumentieren, der Chef kann diese live einsehen, eventuell sogar aus der Ferne steuern und weiß, was wie erledigt wurde”, so Dyballa, die darauf hinweist, dass solche Dokumentationen zudem für das Berichtsheft genutzt werden können. Die wichtigsten Informationen aus der Schule oder der Überbetrieblichen Ausbildung können in Kola aufgenommen werden und sind so immer zum Nachlesen in der Hosentasche mit dabei. „Wenn Kola für die Teilnehmer der Medienkompetenz-Schulungen mehrheitlich interessant ist, übernimmt die LVG gerne das Einpflegen entsprechender Lernmittel und Anweisungen zum Thema Vegetationstechnik”, so Dyballas Angebot.

„Microsoft Exchange, eine Office Erweiterung, bietet Dienste, von denen die wenigsten Anwender Gebrauch machen”, weiß Holger Strunk und führt in die Finessen der weit verbreiteten Server-Umgebung ein. Nachrichten zurückrufen, kurze Umfragen im Kollegenkreis initiieren, den Terminplanungsassistenten nutzen oder bestimmte Regeln für das Filtern und Sortieren eingehender E-Mails anwenden, waren dabei nur einige der besprochenen Punkte.

Digitale Notizen und To-Do-Listen

Bernd Hoffstedde sowie das gesamte LVG-Medienkompetenz-Team stehen den Teilnehmern beratend zur Seite. Zudem können über die LVG-Lernplattform Open-OLAT alle aktuellen Materialien und Informationen heruntergeladen und eingesehen werden. Nachlesen, üben, ausprobieren, aber auch der Austausch mit den anderen Teilnehmern ist über OLAT möglich.
Bernd Hoffstedde sowie das gesamte LVG-Medienkompetenz-Team stehen den Teilnehmern beratend zur Seite.

 

Texte, Bilder, Audio- und Videodateien können in der App OneNote hinterlegt, designt und formatiert werden. Die gespeicherten Inhalte sind schnell durchsuchbar, selbst Texte in Scans oder auf Bildern werden hier mit berücksichtigt. „Alle wichtigen Informationen schickt man sich direkt als E-Mail, so kopieren sich selbst ganze Webseiten ins Notizbuch”, erklärt Cassandra Bräuer, die auch die App Evernote vorstellt, die den Anwender bei einigen Details sogar noch komfortabler bedient.

Die Apps Todoist oder Wunderlist sind wie ein digitales Post-it mit den zu erledigenden Tages-, Wochen- und Monatsaufgaben, nur dass sie eben nicht im Büro am Schreibtisch kleben, sondern zu ständigen Wegbegleitern werden. Für die verschiedensten Projekte mit ihren unterschiedlichsten Aufgaben, die sich sogar mit anderen Nutzern teilen lassen, kann hier also nichts mehr in Vergessenheit geraten.

Quereinsteiger willkommen

Wer Lust auf diesen digitalen Weitblick hat und an den beiden Wintermodulen teilnehmen möchte, kann sich bei Monika Dyballa anmelden. Noch sind einige Plätze frei. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert dieses vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. unterstützte Projekt, weshalb alle Module kostenfrei angeboten werden können.

 

Anmeldung unter

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg
Monika Dyballa
Tel: 06221/7484-42
Monika.Dyballa@lvg.bwl.de