Gewinde mit Köpfchen

TITELTHEMA AUS DER AUSGABE Juli/August 2017

Im Garten- und Landschaftsbau werden Schrauben im Außenbereich eingesetzt. Das schränkt die Auswahl an möglichen Schraubenmaterialien erheblich ein. „Im Außenbereich sollten ausschließlich Edelstahlschrauben verwendet werden“, sagt Florian Winter, Anwendungsberater bei der Heco-Schrauben GmbH & Co. KG in Schramberg. Edelstahl ist der Oberbegriff
für sogenannte nicht-rostende Stähle. Man unterscheidet dabei in erster Linie A2– und A4-Stähle. „Bei der Verwendung von Terrassenbelägen, die viel Gerbsäure oder andere aggressive
Inhaltsstoffe enthalten, in Meeresnähe oder in Salz- und Chlorwasser sollten auf jeden Fall die korrosionsbeständigeren A4-Schrauben verwendet werden“, rät Winter. Edelstahlschrauben sind allerdings weicher als Stahlschrauben, daher ist es sinnvoll, hohe Eindreh- und Anziehmomente zu vermeiden.

Schrauben gibt es in unzähligen Ausführungen und für viele Anwendungen.

Der Job: Kraft verteilen

Holz, Beton und Metall – das sind die Materialien, die im Außenbereich am häufigsten verschraubt werden müssen. Für jede Schraube gilt: Sie muss möglichst viel Kraft in den Materialuntergrund übertragen. Dabei hat jede Schraubenart eine unterschiedliche Geometrie mit individuellen Eigenschaften. So sind beispielsweise Kerndurchmesser von Betonschrauben in der Regel größer als von Holzschrauben, damit ein großer Einschraubwiderstand in den harten Beton erreicht wird.
Bei Holzschrauben darf das Holz nicht splittern. Eine speziell gefertigte, vorbohrende Spitze sorgt dafür, dass sich die Schraube leicht ins Holz eindrehen lässt. Das Gewinde der Holzschraube hinterschneidet das Holz beim Eindrehen und arbeitet sich so nach unten. 

 

Vorbohren kann bei harten Hölzern, wie etwa dem Edelholz Bangkirai, sinnvoll sein. Man unterscheidet Schrauben in Teilgewinde- und Vollgewindeausführung. „Teilgewindeschrauben ziehen über den Anpressdruck des Schraubenkopfes die Bauteile zusammen“, erklärt Florian Winter. Bei der Verwendung von Vollgewindeschrauben hingegen müssen zum Beispiel Holzteile, die miteinander verschraubt werden sollen, mit der Schraubzwinge vorgespannt werden. Durch das witterungsbedingte Quellen und Schwinden einer Holzterrasse kann es bei Verwendung von Teilgewindeschrauben vorkommen, dass das Holz im gewindelosen Schaftbereich der Schraube durch die auftretende Reibung knarrt.

Wissen

Im Internet gibt es viel Wissenswertes rund um die Schraube. Wer genau wissen will, wie eine Schraube entsteht, wird mit dem Stichwort „Schraubenherstellung“ auf YouTube schnell
fündig.

Hier einige interessante Links:

Das Übel mit dem Dübel

Das lässt sich mit speziellen Terrassenschrauben vermeiden, die über ein Unterkopfgewinde verfügen. Mit diesem wird die Terrassendiele zusätzlich fixiert, was störende Knarrgeräusche verhindert. Dübel erhöhen durch Reibung die Haftung der Schraube in einer Wand. Im Rahmen des Brandschutzes sind jedoch viele Dübel problematisch. Nylondübel beispielsweise schmelzen bei Hitze, die Schraube lockert sich. Schraubanker, die direkt in Beton geschraubt werden können, machen Dübel überflüssig. Damit erhöht sich auch die Zugfestigkeit der Schraube, also die Kraft, mit der die Schraube belastet werden darf.

 

Den gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der TASPO GARTEN-DESIGN.

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